Literatur-Workshop

Kreative Texte für zauberhafte Stimmen – Schreibwerkstatt im Rahmen der Europäischen Wochen

Einen ganzen Vormittag lang haben elf Schülerinnen und Schüler der Gymnasien Vilshofen und Grafenau sowie der Mittelschule St. Georg an einem Schreibworkshop unter Anleitung der Literaturpädagogin Beate Schäfer teilgenommen.
Die Besonderheit: Einige der verfassten Geschichten werden vor Publikum als Live-Hörspiel vorgetragen – von niemand Geringerem als Gabrielle Pietermann, der deutschen Stimme von Hermine Granger (gespielt von Emma Watson) in den berühmten Harry-Potter-Filmen.
Veranstalter des Seminars waren die Europäischen Wochen (EW), die im Sommer ihre 73. Festspiele in Passau und dem Umland ausrichten werden. Im Rahmen dieses Kulturfestivals soll an zwei Terminen (22. Juli im Wolferstetter Keller und 23. Juli im Gymnasium Grafenau) die Lesung stattfinden, inklusive in Echtzeit kreierter Geräuschkulisse. Doch bis es so weit ist, müssen erst einmal Geschichten geschrieben werden.

Treffen im Gymnasium Vilshofen: Dieser Aufgabe widmen sich die fünf Buben und sechs Mädchen in einem  Klassenzimmer des Vilshofener Gymnasiums. Nach einer Vorstellungsrunde werden zunächst gemeinsam Schauplätze ermittelt, an denen spannende Geschichten spielen könnten. Einige Kinder bringen außerdem ihr Lieblingsbuch mit und stellen es vor. Es wird besprochen, welche Aspekte an den jeweiligen Geschichten spannend sind und was man daraus für die eigenen Texte lernen könnte.

Lob für Workshop-Teilnehmer: Dann legten die Fünft- und Sechstklässler los. „Es hat nur so vor Ideen gesprudelt. Das haben sie sehr gut gemacht“, lobte Beate
Schäfer ihre jungen Workshop-Teilnehmer im Nachhinein. Zwischenzeitlich ging sie mit einem Säckchen herum, aus dem jedes Kind sich einen Gegenstand herausgriff. Um ihre Fantasie anzuregen, sollen sie sich dann überlegen, wie dieses Objekt in ihrer Geschichte vorkommen könnte. Bis in den frühen Nachmittag hinein wurde eifrig geschrieben, diskutiert und eine Idee nach der anderen zum Besten gegeben.

Kreativ sein und sich eigene Geschichten ausdenken: Außerdem zeigte Beate Schäfer den Schülern eine Kreativitätsübung, die auch im Improvisationstheater angewendet wird:
„unglücklicherweise-glücklicherweise.“ Dabei müssen die Gruppenmitglieder nacheinander den vorherigen Satz einer Geschichte mit einem eigenen Satz fortführen, wobei sich immer eine positive Wendung mit einer negativen abwechseln muss. Das spontane Herumfantasieren bereitete den jungen Leuten sichtlich Spaß. Am Ende stellten alle ihre Geschichte vor, wenn auch die wenigsten komplett fertig geworden sind. Aber das war ohnehin nicht der Anspruch. Caroline Schober, Projektleiterin bei den EW, zeigte sich begeistert. „Wie super Ihr mitgemacht habt, wie kreativ Ihr wart und wie schnell Ihr Geschichten geschrieben habt – ich bin total beeindruckt“, schwärmte sie von den Jungliteraten.

Der 13-jährige Mohamed verfasste beispielsweise eine Erzählung von Freunden, die während eines Urlaubsfluges über einem Dschungel abstürzten und dann gemeinsam um ihr Überleben kämpfen. „Ich fand es interessant und spannend. Man kann
kreativ sein und sich seine eigene Geschichte selbst ausdenken“, bewertet er den Workshop im Anschluss.

Abschlusstreffen nach einiger Zeit: Die meisten Schüler wollen ihre Geschichte zuhause fertigstellen und dann per Mail an Beate Schäfer schicken. Von der ehemaligen Lektorin mit 20 Jahren Verlags-Erfahrung bekommen sie dann weiteres Feedback, ehe es – so zumindest der vorläufige Plan – nach einiger Zeit ein Abschlusstreffen gibt. Ein paar der Geschichten werden dann ausgewählt, um von Gabrielle Pietermann als Live-Hörspiel bei den EW vorgetragen zu werden. Zusätzlich landen alle Texte in einem kleinen Buch.
Von Sozialkritik bis Traumabewältigung „Was mich erstaunt hat, war, wie tiefgründig und vielschichtig die Geschichten waren“, reflektierte Beate Schäfer über die vielfältige Palette an Themen. Von Alltagsrealismus über Sozialkritik bis zur Traumabewältigung sei alles vertreten gewesen. Etwa die Geschichte eines Protagonisten, der mit einem Zauberschlüssel durch die Zeit reist, um einen Unfall zu verhindern, bei dem der Großvater zu Tode kam. „Schreiben kann auch heilsam sein“, kommentierte EW-Projektleiterin Caroline Schober. „Es gab
viele besondere Momente. Jedes Kind hat eine eigene Herangehensweise.“

Intendant ist Harry-Potter-Fan: Es ist das erste Projekt dieser Art bei den Europäischen Wochen. „Die EW sind nicht nur Musik, sondern Kunst und Kultur. Deswegen gibt es diesmal auch viele Vorlesungen“, erklärt Schober. „Es fördert die Kreativität, die heutzutage mit den digitalen Medien auch ein wenig verkümmert.“ Wie es zur Zusammenarbeit mit der deutschen Synchronstimme der wohl berühmtesten Zauberin der Welt kam, verrät die EW-Projektleiterin mit einem Grinsen: „Unser Intendant ist selbst totaler Harry-Potter-Fan. Bei einer Harry-Potter-Ausstellung lernte er Gabrielle Pietermann kennen und hat sich mit ihr für das Projekt zusammengetan.“ (PNP-Artikel)

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