Berlin im Fokus – 11. Klassen entdecken unsere Hauptstadt

Berlin während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006: Die Medien berichteten vom allgegenwärtigen WM-Fieber, eine riesige Fanmeile erstreckte sich vom Brandenburger Tor bis zur Siegessäule.  Als „Sommermärchen“ ging diese rund vierwöchige Episode später in die deutsche Erinnerungskultur ein.

Zwanzig Jahre danach fand ausgerechnet während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 die traditionsreiche Berlin-Fahrt des Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasiums statt. Ein neues Sommermärchen auf sportlicher Ebene blieb aufgrund des viel kritisierten Abschneidens der deutschen Nationalmannschaft zwar aus. Für die Schülerinnen und Schüler des LLG aber hatte die Reise durchaus das Potenzial zu einem ganz eigenen Sommermärchen.

Fahrtleiter StD Stefan Mixl und der sehr versierte lokale Reiseführer Armin Woy hatten ein abwechslungsreiches und vielschichtiges Programm zusammengestellt. Die einzelnen Tage setzten unterschiedliche Schwerpunkte, Klammer war aber stets der große Rahmen der deutschen Geschichte.

In Leipzig wandelten die Schülerinnen und Schüler auf den Spuren der Friedlichen Revolution von 1989. In Berlin standen die Verbrechen des Nationalsozialismus, das DDR-Regime und die Teilung der Stadt in verschiedene Sektoren im Mittelpunkt. Potsdam gewährte eindrucksvolle Einblicke in die preußische Geschichte. Auch die Bundesrepublik Deutschland und ihr politisches System nahmen im Programm breiten Raum ein.

Im Paul-Löbe-Haus wurde die gesamte Reisegruppe vom örtlichen Bundestagsabgeordneten Thomas Erndl begrüßt, der die Schülerinnen und Schüler anschließend auch auf die Kuppel des Reichstagsgebäudes begleitete. Ein besonderer Höhepunkt für die politisch Interessierten war der Besuch des Bundeskanzleramts – schließlich erhält man nur äußerst selten die Gelegenheit, einen Blick in die Regierungszentrale zu werfen.

Die Fahrt eröffnete somit zahlreiche historische und politische Perspektiven. Zugleich bot das pulsierende Großstadtleben den Jugendlichen aus dem Bayerischen Wald viele neue und wertvolle Eindrücke.

Trotz einiger Staus im Wochenend- und Ferienverkehr brachte Busfahrer Günther Himpsl die Grafenauer Reisegruppe schließlich umsichtig und wohlbehalten in die Heimat zurück – um viele Erfahrungen und vielleicht sogar um ein ganz persönliches Sommermärchen reicher. /sma

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