Vortrag Frauenhaus - 1

Vertreterinnen des Frauenhauses Passau zu Besuch am LLG

Nachdem die SMV des LLG im Laufe des Schuljahres beschlossen hatte, einen Teil des Erlöses des diesjährigen Weihnachtsbasares an das Frauenhaus Passau zu spenden, ergab sich durch die Spendenübergabe die Möglichkeit einer weiteren Zusammenarbeit, um die Arbeit des Frauenhauses näher kennenzulernen. Aus diesem Grund durften die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe die Vorstandsmitglieder Renate Kindermann und Katja Grabitzky kürzlich zu einem Vortrag begrüßen.

In diesem skizzierte Katja Grabitzky zu Beginn einen kurzen Abriss der Geschichte des Frauenhauses Passau, das es seit 1992 gibt und das zur Zeit erweitert wird. Im Anschluss daran thematisierte Renate Kindermann in einem Überblick verschiedene Themen, wie z.B. den Artikel 1 des Grundgesetzes, welcher die Grundlage für die Arbeit des Frauenhauses bildet, den Zuständigkeitsbereich sowie den Umstand, dass Frauen hier unabhängig von ihrer Religion, Herkunft etc. Schutz und Hilfe finden können. Dass es sich bei der angewandten Gewalt nicht immer nur um körperliche Gewalt handelt, ist unserer Gesellschaft oftmals noch gar nicht bewusst. Diejenigen Frauen, die im Frauenhaus Zuflucht suchen, sind von den verschiedensten Formen von Gewalt bedroht. Dies reiche von sexueller oder psychischer Gewalt bis hin zu Ghosting, Stalking, Freiheitsentzug oder absoluter Kontrolle, um nur einige Ausprägungen zu nennen.

Auch das Leben und der Alltag in einem Frauenhaus wurden den Elftklässlern vorgestellt. Die erste Kontaktaufnahme durch eine betroffene Frau erfolge in der Regel telefonisch. Bevor es dann zu einer Aufnahme in das Frauenhaus kommen kann, müssen im Vorfeld allerdings bestimmte Fragen abgeklärt werden. Beispielsweise muss eine Verständigung entweder in deutscher oder englischer Sprache sichergestellt sein und es dürfen weder eine psychische Erkrankung noch eine Alkohol- oder Drogensucht vorliegen, was auch dem Schutz der anderen Frauen und Kinder dienen soll. Auch der genaue Standort des Frauenhauses muss geheim gehalten werden, um letztes sicherzustellen. Katja Grabitzky stellte in der Folge noch heraus, dass die Arbeit mit den betroffenen Kindern ein sehr wichtiger Baustein ist. Hier spielt es eine grundlegende Rolle, dass die Kinder wieder lernen Vertrauen aufzubauen und ein eigenes Selbstbewusstsein bilden. Auch die bisher gelernten, „falschen“ Rollenbilder müssen geändert werden. Gefördert wird dies alles unter anderem dadurch, dass den Kindern positive Erfahrungen wie Ausflüge, Spiel- und Bastelnachmittage usw. ermöglicht werden.

Der Vortrag endete schließlich mit einem Appell an die Schülerinnen und Schüler: Jeder solle mit offenen Augen durchs Leben gehen und seinem Umfeld Interesse entgegenbringen. Die Hilfe für betroffene Frauen kommt nämlich auch oft aus dem Umfeld, das die lautlosen Schreie der Opfer wahrnimmt./smi

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