Sicher durch die digitale Welt

IT-Experte Christian Uhrmann informiert Schulklassen über Gefahren im Internet und den verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien

„Cyberangriffe richten sich längst nicht mehr nur gegen Unternehmen. 63 Prozent aller Angriffe richten sich direkt gegen Menschen“, erklärt Christian Uhrmann, CEO der Grafenauer Firma für IT-Sicherheit „cu solutions GmbH“. Vor allem Jugendliche, die viel Zeit mit ihrem Handy verbringen, sind sich der mannigfachen Gefahren, die in der digitalen Welt lauern, nicht bewusst. Grund genug für den IT-Experten in Kooperation mit Schulen für Aufklärung zu sorgen, denn: „Je früher man versteht, wie Angriffe funktionieren, desto besser kann man sich schützen“, ist sich Uhrmann sicher und hielt vor kurzem einen Vortrag für die Klassen 10 bis 12 im Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasium.

Detailliert widmete er sich dabei den Themen digitale Identität und Privatsphäre, Manipulation und Fake-Welten bei Social Media, Cybermobbing und digitale Gewalt, Hacking, Passwörter und Betrug, sowie rechtliche Fragen und Konsequenzen.

Zur „digitalen Identität“ gehören Benutzerkonten wie Instagram, Tik Tok, Youtube, Snapchar oder Gaming Accounts aber auch Profilbilder, Nutzernamen, Likes, Kommentare, Postings und Sucherverläufe. Dabei unterscheide man zwischen privaten und öffentlichen Identitäten. Privat seien Inhalte, die man nur mit kleinen Gruppen teilt, wie zum Beispiel in einer WhatsApp-Gruppe. Das Problem dabei sei jedoch, dass auch hier durch Screenshots oder Weiterleitungen Datenlecks entstünden und „privat“ nicht wirklich privat sei.  Die öffentlichen Profile wie Social Media Accounts, Posts, Videos oder Kommentare sind oft jahrelang sichtbar, auch wenn man sie löscht. So sehen Arbeitgeber, Lehrer oder auch Bewerbungsstellen diese Inhalte. Uhrmann: „Das Internet vergisst nichts!“

Wohl jeder von uns ist schon mal auf Fake-Accounts hereingefallen. Diese spiegeln nicht die echte Identität einer Person wider, sondern werden zur Täuschung, zur Datensammlung oder als Scam benutzt. Bei „Catfishing“ gibt sich eine Person bewusst als eine andere aus. Sie wirkt oft attraktiver, älter, jünger, cooler – aber das alles sei komplett erfunden. Die Gefahr sieht Uhrmann bei diesen beiden Profilen, dass man sich gutgläubig jemandem anvertraut, den es gar nicht gibt. „Das Risiko für die Erpressung mit privaten Bildern oder Informationen und die Manipulation durch eine falsche emotionale Bindung ist immens groß und man kann nicht vorsichtig genug sein“, mahnte der IT-Spezialist.  Er warnte die SchülerInnen davor, in einem Chat private Bilder zu veröffentlichen: „Durch die Veröffentlichung persönlicher Daten und Informationen auf Social Media seid ihr komplett durchschaubar!“

Social Media zeige inszenierte Highlights und nicht den Alltag. Ein großes Problem sei unter anderem die Veröffentlichung von Deepfakes, KI-erzeugten Bildern oder Videos, die täuschend echt aussehen. „Heute kann man Gesichter austauschen, Stimmen kopieren oder Handlungen simulieren, die nie passiert sind,“ erklärt Uhrmann und beschreibt die damit zusammenhängenden Gefahren wie Rufschädigung, Erpressung oder politische Manipulation. Der IT-Fachmann erklärte den Schülerinnen und Schüler auch, wie man Deepfakes erkenne: „Wenn etwas zu perfekt ist, zu extrem oder zu emotional ist, bitte misstrauisch sein!“

Bei Cybermobbing werde eine Person absichtlich und wiederholt online gedemütigt oder verletzt und das rund um die Uhr. Die Opfer können dem kaum entkommen und geraten oft in lebensbedrohliche Situationen bis zum Suzid. „Cybermobbing ist kein dummer Spaß, die Folgen sind real“, erklärt Uhrmann und ergänzt: „Schweigen stärkt den Täter. Jede Person, die eingreift oder Hilfe holt, kann den Verlauf stoppen!“

Erörtert wurde auch das Thema Datenklau. Hacker klauen Daten, wollen Accounts übernehmen, erpressen. Zum Schutz gegen gehackte Accounts rät Uhrmann, verschiedene Passwörter zu benutzen. Ist ein Passwort einmal gehackt, sind alle Accounts in Gefahr, auch die von Freunden oder der Familie. Gefährlich sei auch das Pishing. Dabei schicken Angreifer gefälschte E-Mails mit Links, um dadurch die Logins zu erhalten. „Man kann sich davor schützen, indem man niemals Passwörter über Links eingibt oder am besten Apps nutzt, statt auf Links zu klicken“ weiß Uhrmann. Bekannte Betrugsmaschen seien Gewinnspiele, Game Scams oder Social Engineering, wobei sich Hacker als Freund oder Lehrer ausgeben.

Im letzten Thema des interessanten Vortrags ging es um Recht und Verantwortung. „Alles was offline strafbar ist, ist auch online strafbar“, erklärte Uhrmann, „das beinhaltet das Beschimpfen, Abwerten oder Bloßstellen einer Person, Cybermobbing, Drohungen, Erpressen ebenso wie das Verbreiten von Bildern ohne Zustimmung“.

Christian Uhrmann erhielt für seinen umfangreichen und sehr detaillierten Vortrag seitens der SchülerInnen viel Aufmerksamkeit und Applaus. Er gibt sein Wissen gerne weiter an Jugendliche in Schulen und auch an SeniorInnen. Informationen und Anfragen unter Telefon +49 8552 97397-0

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