Frau Feichtinger mit den Klassensprechern Maria Grobauer und Jonathan Weikelsdorfer

Hospiz macht Schule

Das Leben gleicht oft einer Melodie. Hellen und leichten Tönen folgen dunklere, vielleicht bedrückende und umgekehrt. Alle gemeinsam verleihen einem Musikstück Vielfalt, Wärme und Tiefe. Sie zeichnen gleichsam das Auf und Ab des Lebens nach. Oft werden diese dunklen Sequenzen im Trubel des Lebens verdrängt und vernachlässigt. Gerade deshalb ist es wertvoll, wenn es einen geschützten Raum gibt, in dem das Schwere angesprochen werden darf, ohne dass es wirklich belastet.

Frau Susanne Feichtinger, stellvertretende Pflegedienstleiterin des Hospiz St. Ursula in Niederalteich, gelang es, diese Thematik mit ruhiger Selbstverständlichkeit den Schülern der Klasse 6b nahezubringen. Sie zeigte uns, dass der Tod zum Leben gehört, und gab so hilfreiche Impulse, wie man mit Sterbenden respektvoll umgeht, was in Zeiten des Abschieds guttut und wie Trauer einen Platz im Leben finden kann, ohne alles zu verdunkeln. Denn wo Worte gefunden werden und verlässliche Begleitung da ist, kann Trauer getragen werden. So bliebt das Helle wie Sonnenlicht nach einem Sommerregen sichtbar.

Ob man selbst betroffen ist oder man jemanden begleitet, ein natürlicher und respektvoller Umgang mit Vergänglichkeit macht das Miteinander auf jeden Fall wärmer und achtsamer. Das Bewusstsein, dass unsere Zeit kostbar ist, beschwert nicht, es ordnet. Es lädt ein, den Tag aufmerksam zu gestalten, hinzusehen, zuzuhören und mit kleinen Gesten Mut zu schenken. So lernen wir ganz nach dem Motto „Carpe diem – Nutze den Tag“ vor dem Hintergrund der Endlichkeit das eigene und das Leben anderer wertzuschätzen. Herzlichen Dank, Frau Feichtigner, für Ihre wertvolle Arbeit und die wichtigen Impulse, die Sie uns allen mit auf den Weg gegeben haben.

Um Danke zu sagen und die Hospizarbeit zu unterstützten, hatten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b im Vorfeld die Aula zweimal in eine fröhliche kleine Konditorei mit selbstgebackenen Muffins und Kuchen verwandelt. Der Erlös konnte deshalb als Zeichen der Wertschätzung für eine Arbeit, die Sinn stiftet und Herzen leichter macht, dem Hospiz gestiftet werden. / fcm

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